Dienstag, 18. Juni 2013

Es ist das Kind

Seelenreise vom 4. September 2011
 
Nachdem ich auf meinen Seelenreisen zwei Krafttiere „verschlissen‟ hatte („Ich werde auch wieder gehen‟, hatte meine Schildkröte Hulda gesagt. „Du änderst dich.‟), bin ich eines Abends Anfang September 2011 den Pferden begegnet. Erst mal einem Pferd, das sich Klaus nannte und später Lukas (ein Anagramm, ja, ja).
Pferde sind keine eigentlichen Krafttiere. „Ich bin ein Tier, und ich habe Kraft‟, hatte Lukas irgendwann auf meine Frage geantwortet. „Aber ich bin kein Krafttier. Ich bin dein Lehrer.‟ (Noch lange vor der Big Bang Theory und Sheldons Running Statement: „Amy ist weiblich, und wir sind befreundet. Aber sie ist nicht meine Freundin.‟ *lol*)
Also, Lukas ist mein Lehrer, und durch ihn habe ich die mir verwandte Seelengruppe gefunden: die Pferde. Aber das ist eine andere Geschichte. Am nächsten Abend jedenfalls ging ich wieder zu - damals noch - Klaus...

... schmiegte mich an ihn und fragte ihn dann, was er mir zeigen möchte, denn er war schon wieder gekommen, um mich abzuholen.
„Du dachtest doch, du hättest einen Teil von dir abgespalten‟, sagte er, während wir wieder nach links liefen. Rechts von Klaus fiel die Wiese von allen Seiten in eine spitze Senke ab, die in einen Waldweg mündete. „Ich zeige dir jetzt, wie es wirklich ist. Mal sehen, ob du es verstehen kannst.‟
Als wir schließlich aus der Steppenlandschaft hinaus an einem langen Foliezelt rechterhand entlang liefen, sagte er: „Es ist das Kind aus deinen Träumen.‟
„Es ist das Kind? Mein abgespaltener Seelenanteil?‟
„Es ist anders, aber es ist das Kind, ja.‟
Am Ende des Foliezeltes begann ein großer Gewächshauskomplex, rechts und links längs zu uns lange Gewächshäuser, und wir liefen und liefen. Dabei hatte ich das Gefühl, dass wir nicht mehr im Freien sind: All diese kilometerlangen Gewächshäuser schienen sich in einem riesigen, übergeordneten Gewächshaus oder einer Halle zu befinden. Was in den Gewächshäusern war, erkannte ich nicht, man sah nur verschwommene Pflanzenschemen.
Die links hörten nun auf, und die rechts gingen in ebenfalls kilometerlange Regale über, die mit Anzuchten vollgestopft zu sein schienen, und es sah aus, als ob diese Unter-Glas-Kulturen und Anzuchttöpfchen Menschenbabys enthalten könnten.
Klaus wandte sich nach links, einer alten und großen, weiß gestrichenen Tür zu, von der die Farbe abblätterte. Es sah aus wie eine Bürotür in der Gärtnerei, bestimmt saß hier die Buchhaltung. Die Tür öffnete sich, und wir traten in einen Hausflur ein. Links war eine Wohnungstür, geradeaus führte eine Treppe nach oben, doch wir stiegen nicht die Treppe hinauf, sondern blieben rechts daneben stehen, wo es eigentlich in den Keller und in den Hof gehen müsste. Dort war aber alles dunkel, das heißt, es stand dort so etwas wie ein großer, dunkler Stein. Vor dem blieben wir stehen und schauten, und nach einiger Zeit erkannte ich ein Baby, einen Jungen, der auf dem Stein auf dem Bauch lag, mit den Beinchen zu uns, und augenscheinlich wegzurobben versuchte.

Er zog uns nach sich in eine Stadt. Ich stand auf einmal in einer Straßenflucht, wie ich sie auf meinen Seelenreisen noch nie gesehen habe. Die Häuser waren alt und schön, mit vielen Verzierungen, alte Jugendstilhäuser.
Dann Szenenwechsel, und ich schwebte mit Klaus gleichsam in der Luft und blickte über einen Platz auf ein Gebäude hinunter, in das ein riesiges rundes Tor hineinführte, ein klassizistischer Bau, der aussah wie der Eingang zu einer Galerie oder einem Museum.
Und nun geriet endgültig alles durcheinander. Es waren so viele, so deutliche Bilder und Szenen, dass ich bestimmt die Hälfte schon wieder vergessen habe und die Reihenfolge sowieso. Immer wieder tauchte mein acht Monate alter Enkel vor meinen Augen auf, wie er isst, wie er sich etwas in den Mund steckt, seinen Finger in den Mund steckt, immer sein Mund.
Irgendwann nach dieser Stadt, in der ich nur kurz war, blickte ich, ebenfalls von oben, über eine sehr detaillierte Landschaft, die mich an das Erzgebirge erinnerte: Hügel, Berge, Wiesen, Waldgruppen... Ich weiß es nicht mehr genau, aber sie war mir sehr vertraut.

Verzaubertes Kind
Und irgendwann trat oder fiel ein Baby heraus, und das, aus dem es herauskam, war eine riesige Hülle von der Gestalt eines Menschen, und diese Hülle war ich. Diese Hülle war dunkel, alt und morsch, und während das Baby - oder die Babys? ich glaube, es waren mehrere - herauskam, begann diese morsche, alte Hülle zu bröckeln und zerfiel ganz langsam. Und da sagte Klaus: „Du musst die Alten das Kind gebären lassen‟ - oder so ähnlich. Er sagte nicht, dass ich etwas gebären müsse, er sprach in der dritten Person: „die Alten‟ oder „die Eltern‟ oder „die Erzieher‟, aber er identifizierte mich damit. Es war klar, dass ich damit gemeint war, aber mit den Babys, den Kindern auch, auch ich, und er sagte, es sei meine Aufgabe. Es sei dringend, höchste Zeit, dass die alte Hülle die Kinder zur Welt bringe.

© Angela Nowicki. Verzaubertes Kind. Mandelbulb 3D & Grafiktablett. 2012

Flöha
Wir schwebten oder standen dann wieder auf einer Anhöhe über einem schmalen, flachen Fluss, und ich war mir sicher, dass das die Flöha sei. Der Fluss wurde immer schmaler und wurde schließlich zu einem fußbreiten Grat an einem fast senkrechten Bergabhang. Der Berg wurde zum nackten Fels, und dieser Fels war sehr, sehr hoch, und wir schwebten oben an dem Fels, etwas oberhalb des fußbreiten Grats, der vorher ein Fluss, die Flöha, gewesen war und sahen, wie links ein breiter Wasserfall über mehrere Stufen in die Tiefe stürzte. Der Grat war so schmal, dass ich mir sicher war, darauf nicht gehen zu können, und doch bewegten wir uns auf ihm entlang nach rechts, immer hart an der nackten Felswand über dem schwindelnden Abgrund. Es wuchsen aber auch Bäume und Sträucher, verkrüppelte Bäume an dem Felshang, es war alles grün und feucht und durchaus lebendig. Ich wunderte mich nur, dass wir nicht abstürzten, denn eigentlich war es menschenunmöglich, auf diesem fußbreiten Grat quer am Felsen entlang zu kriechen. Dann kamen wir auf der rechten Seite
an einen ähnlichen Wasserfall wie am Anfang, ungeheuer breit, sehr viel Wasser.
André Karvath. Flöha. 2008. Quelle: Wikipedia


Und dann kamen noch viele Szenen und Bilder, ich weiß das alles nicht mehr, und immer wieder mein Enkel mit seinem Mund dazwischen, in den er irgendetwas hineinsteckte. Die Szenen waren ja auch so verschieden, das weiß ich noch: Von der Stadt ohne Übergang in eine Landschaft, von dort wieder woandershin, alles fast ohne Übergang, ich reiste nicht, ich tauchte in einer Szene oder einem Bild auf und dann im nächsten; einen logischen Zusammenhang konnte ich nicht erkennen. Aber die Bilder waren ungewöhnlich deutlich.
Ich sah auch einmal ganz deutlich ein Pferdegebiss vor mir, und ich dachte, das sei Klaus, aber es war kein typisches Pferdemaul mit seinen Lefzen, sondern ein großes, weit aufgerissenes Maul mit einem Pferdegebiss, und drin war alles schwarz, und es war, als wolle es mich verschlingen oder in sich hineinschauen lassen.

Und einmal, und das war sehr beeindruckend und wirkte in mir noch lange nach, sah ich die „Blaupause eines Menschen‟, einen „negativen Menschen‟: Lichtstrahlen umgaben ein schwarzes Loch von der Form eines Menschen. Der Mensch wurde geschaffen als Abfall des Lichtes, als Nichtlicht.

Und aus irgendeiner Szene rutschte ich, ohne es richtig zu merken, ins Finale hinein. Es war die Wiederholung der heutigen realen Abschiedsszene in Leipzig: Mein Partner und ich standen auf der Straße vor unserem Auto, und unsere Tochter lief mit dem Enkel im Kinderwagen nach vorn, zum Ende des Blocks hin... Ich schrak fast zusammen, als mir plötzlich einfiel, dass sie wirklich nach vorn gelaufen war - so, als hätte ich das in der Realität gar nicht bewusst wahrgenommen - wieso nach vorn? Ihr Hauseingang lag ein Haus hinter uns? Wollte sie noch weiter mit dem Kleinen spazieren gehen, weil ihr unser Spaziergang zu kurz gewesen war, während mein Partner und ich schon erschöpft schwitzten? Natürlich nicht! Da fiel es mir wieder ein: Sie kann mit dem Kinderwagen nicht zum Vordereingang rein, sie muss noch einmal ums ganze Karree laufen, damit sie durch das Tor an der Seite in den Hof rein kann. In der Realität musste sie gar nicht ums ganze Karree laufen, sondern nur um die Ecke, denn der Hof hat von beiden Seiten je ein Tor, und mir wurde das auch auf der Seelenreise gleich klar. Aber für die Botschaft der Seelenreise war es wichtig, dass sie ums ganze Karree herum musste. Diese Botschaft übermittelte mir Klaus, und sie lautete in etwas wie folgt:

„Du musst dich von deinen Eltern verabschieden und mit deinem Kind noch einmal den weiten Weg um alles herumlaufen, um nach Hause zu kommen.‟

Als wir dann endlich erschöpft wieder auf unsere Steppenwiese sanken, in unsere Savanne, in die Prärie, saß ich links neben Klaus, und Klaus legte sich hin, er schien sehr erschöpft zu sein, er lag, und sein schöner Kopf sank langsam auf die Vorderbeine, und ich schmiegte mich an seinen Hals und sagte: „Ich weiß nicht, ob ich es verstanden habe, aber es war sehr intensiv und ist tief in mich eingedrungen.‟ Und Klaus sagte: „Das ist schön, so soll es sein.‟ Ich sagte: „Das arbeitet jetzt in mir.‟ Und Klaus sagte wieder: „Das ist schön.‟

Noch einmal sah ich ein Baby vor mir in der Luft sitzen, aber dieses Mal war es nicht mein Enkel, sondern ein sehr alter, hässlicher, verschrumpelter Mann, ein Babygreis.

Später fragte ich ihn, ob ich denn wirklich so einseitig auf meinen Verstand, meine geistige Intelligenz fixiert sei. Er sagte: „Auf dieser Welt ist alles einseitig, aber so muss es sein. Du bist nicht nur auf deinen Intellekt fixiert, nein, du hast sehr viele Kräfte. Mach dir mal keine Gedanken, es ist schon alles richtig so.‟
Noch später fragte ich ihn, ob ich immer noch am Falschen arbeite, oder ob das Schreiben jetzt das Richtige sei, und er sagte: „Das, woran du arbeitest, ist immer das Richtige.‟

Es kamen dann immer wieder einzelne, intensive Bilder, die mir direkt schon ein bisschen lästig wurden, weil ich sie in keinen Zusammenhang mehr bringen konnte und die Reise ja eigentlich auch schon abgeschlossen und rund war.
Ich musste einmal kurz aufstehen, um das Fenster wieder zu öffnen, weil das Gewitter abgezogen war. Dabei fühlte ich, dass ich mich verändert haben muss. Ich fühlte mich wie ein anderer Mensch. Als sei ich in eine andere Seele hinein gewechselt, oder als sei ein neues Seelenstück in mir hinzugekommen, so dass man auf einmal ein anderes Selbstgefühl hat. Beschreiben kann ich es schwer: Ich fühlte mich in mir fest und ruhig - nicht mehr so flatterig und getrieben - so, als habe ich mich innerlich hingesetzt und an etwas gebunden, sehr konzentriert. Es war ein verdammt gutes Gefühl, auch wenn es keine Vielseitigkeit mehr zu beinhalten schien, aber ich weiß jetzt wirklich nicht mehr genau, wie sich das anfühlte.
Als ich wieder im Bett lag und die Augen schloss, senkte sich auf einmal ganz sanft und leicht ein Schleier vor die innere Welt, in der ich gerade gewesen war, wie ein heller Musselinschleier, über das ganze Bild, verdeckte alles, wie im Theater, wenn der Vorhang fällt.

© Angela Nowicki, 18. Juni 2013

Montag, 17. Juni 2013

Die Befreiung

Ich werde jetzt in straffer Folge von einer bemerkenswerten Entwicklung berichten, die ihren unmittelbaren Anfang mit einer Seelenreise vor fast zwei Jahren nahm. Ich habe nach und nach herausgefunden, welche Lasten ich von meinen Vorfahren übernommen habe, und ich bin gerade dabei, die letzten davon zurückzugeben und mich von meinen Ahnen abzulösen, um endlich mein eigenes, freies Leben führen zu können.

Entwicklung ist ein Grundgesetz des Lebens. Wenn unsere Seele ins Leben eintritt, ist sie kein unbeschriebenes Blatt. Wir bringen ungelöste Erfahrungen aus dem universellen Bewusstsein mit, die aus vielen anderen individuellen Leben dort gespeichert wurden, und fast jeder von uns schleppt Lasten seiner Vorfahren, die diese wiederum über Generationen weitergegeben haben. Wie in einer endlosen Fuge sind alle Seelen, die je gelebt haben, leben und je leben werden, miteinander verflochten. Ein ewiger Fackellauf.
Die Lasten der Ahnen gehören uns nicht. Es sind fremde Lasten, die wir auf einer zutiefst unbewussten Ebene bereits bei unserer Zeugung, im Mutterleib und in der frühen Kindheit auf uns nehmen, weil wir uns schuldig fühlen. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, denn Leben heißt Schuldigwerden, dem kann sich niemand, wirklich niemand entziehen. Wer lebt, wirkt, und wer wirkt, lädt Schuld auf sich. Das ist die eigentliche Erbsünde des Alten Testaments: Wir erben das Leben und damit auch den Zwang, Ursachen zu setzen, deren Wirkung wir nicht einmal ansatzweise überblicken können.
Unser seelischer Entwicklungsprozess im physischen Körper verlangt nun aber von uns, dass wir uns dieser Zusammenhänge auf die eine oder andere Art bewusst werden. Es geht nicht ums Handeln. Bewusstsein ist alles - das Handeln folgt dann ganz von selbst, ohne gezielte Anstrengung. Wenn wir uns der familiären Lasten bewusst werden, können wir sie an den oder die Vorfahren, denen wir sie abgenommen haben, zurückgeben. Das kann auf Seelenreisen geschehen oder mithilfe der Methoden von Phyllis Krystal, die letztlich nichts anderes als methodisch ausgearbeitete Seelenreisen sind.

Eines muss klar sein: Wenn ich von Schuld spreche, so meine ich damit keine persönliche Verfehlung! Leider ist der Schuldbegriff von den Kirchen der Welt über Jahrhunderte hinweg personalisiert, kriminalisiert und damit moralisch absolut negativ besetzt worden. Es geht hier aber nicht um Moral. Schuld ist nichts Falsches oder Böses, es ist nichts, was wir absichtlich tun oder lassen können, sondern eine immanente Eigenschaft des Lebens. Diese objektive Bedeutung ist heute noch im Begriff des vertraglichen oder gesetzlichen Schuldverhältnisses begreifbar: Der Schuldner hat nichts Schlimmes getan, sondern einfach etwas erhalten, was ihm im Gegenzug eine Leistungspflicht auferlegt. Das ist in etwa inhaltsgleich mit dem hinduistischen Begriff Karma, der leider im populären Verständnis ähnlich moralisch missverstanden wird.

Skuld (Schuld) ist auch der Name einer der drei Nornen in der nordischen Mythologie. Es ist die Norne, die in die Zukunft blickt, denn die Zukunft ist „das der Vergangenheit Geschuldete‟. Das ist laut Wikipedia „das Geschehen, das noch zu geschehen hat, weil es auf Grund des Vergangenen nicht anders geschehen kann‟.

Somit sind weder unsere Vorfahren die Täter noch wir die Opfer. Es ist, wie es ist: Kraft unserer Geburt stehen wir in ihrer Schuld, nämlich in der Pflicht, das erhaltene Leben weiterzugeben. Wenn wir heil und ganz wären, würden wir unsere Inkarnation nutzen, um hervorzubringen, was in uns einzigartig ist, und diesen Schatz an andere weiterzugeben, bevorzugt an unsere Kinder. Das ist der gesunde und natürliche Lauf der Dinge; Entwicklung geht immer vorwärts, nie rückwärts. Aber wenn wir heil und ganz wären, bräuchten wir erst gar nicht zu inkarnieren, jedenfalls nicht in der irdischen Welt. Jede im Zuge der Bewusstwerdung eintretende Umkehr unserer Schuld aus der Orientierung auf die Vergangenheit in die Orientierung auf die Zukunft jedoch ist ein Schritt hin zur Heilung und zur Ganzheit.

Diesen Weg bin ich gegangen und habe dabei Erstaunliches erfahren. Und ich werde von Tag zu Tag freier und komme der Person näher, als die ich gedacht bin.

© Angela Nowicki, 17. Juni 2013

Samstag, 15. Juni 2013

Chemnitz, Sonnenberg

Das Chemnitzer Stadtviertel Sonnenberg war seit der Industrialisierung eines der drei Arbeiterviertel der Stadt. Die aus dem umliegenden Erzgebirge und den ländlichen Gebieten im Norden zuströmenden Menschen, die hofften, hier ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wurden in schmucklose, vier- bis fünfgeschossige Mietskasernen mit Trockenklo auf halber Treppe gepfercht. Sie lebten in Armut und Elend, in düsteren, feuchten, viel zu engen Wohnungen. Der Sonnenberg war der Stadtteil mit der größten Einwohnerdichte und, damit einhergehend, einer hohen Säuglingssterblichkeit und grassierender Schwindsucht.
Die heute trotz allem besseren Lebensbedingungen sind nicht dem gesellschaftlichen System zu verdanken, sondern dem allgemeinen Fortschritt. Zu DDR-Zeiten war am „oberen‟ Ende des Sonnenbergs die Sowjetarmee in den alten Kasernengebäuden des 15. Königlich Sächsischen Regiments No. 181 einquartiert. In den Wohnhäusern auf der anderen Seite der damaligen Leninallee wohnten die Familien der Rotarmisten. Es gab mehrere „Russenläden‟, die wegen ihrer zum Teil exotischen Waren auch von den deutschen Einwohnern gern besucht wurden.
Von der Leninallee, die heute Heinrich-Schütz-Straße heißt, verläuft die Zietenstraße, damals Dimitroffstraße, quer über den Sonnenberg bis hinunter zur Augustusburger Straße. Dort unten begann sich Ende der 1980er Jahre etwas zu tun: Die verfallenden Mietskasernen wurden eingerüstet, und Tag für Tag machten sich mehr Bauarbeiter dort zu schaffen, als wir je an einem Fleck gesehen hatten. Der Grund war bald bekannt: Zum Pioniertreffen in Karl-Marx-Stadt 1989 mussten in aller Eile noch ein paar Potemkinsche Dörfer hochgezogen werden. An öffentlichen Toiletten, Papierkörben und Parkbänken fehlte es jedoch selbst bei Margots Besuch wie eh und je.
Heute ist der Sonnenberg immer noch das am meisten sanierungsbedürftige Stadtviertel. In den nicht erst seit der Wende leer stehenden Bruchbuden hat sich schnell die Chemnitzer Alternative angesiedelt: Künstler, Sozialarbeiter, Aussteiger. Eine Chemnitzer Variante der Bunten Republik Neustadt ist es trotzdem nicht geworden. Als Kontrastprogramm zu den Hochglanzbildchen im Sonnenberg-Artikel der Wikipedia hier ein paar ausgewählte Schnappschüsse, die ich heute am unteren Ende der Zietenstraße gemacht habe.
 




 
© Angela Nowicki, 15. Juni 2013

Mittwoch, 5. Juni 2013

Barockgarten Schloss Lichtenwalde

Ausgewählte Impressionen aus dem Barockgarten Lichtenwalde. Heute kostete der Eintritt nur 1,50 Euro, weil durch das Hochwasser nicht alle Wasserspiele in Betrieb waren.
 
 
© Angela Nowicki, 5. Juni 2013

Montag, 3. Juni 2013

Hochwasser 2013

Ein paar aktuelle Fotos vom Hochwasser in Chemnitz, aufgenommen im Stadtpark am Südring. Das Schlimmste haben wir wohl hinter uns, die sonst so brave, kleine Chemnitz tobt zwar noch, aber wieder im (künstlichen) Flussbett. Auf ein paar Fotos sieht man, wo gestern noch Land unter war.
Soweit ich gesehen habe, steht die Annaberger Straße zwischen Zentrum und Treffurthbrücke noch unter Wasser, und überall wird abgepumpt.
Die Enten und die Vögel freuen sich.
 
 
© Angela Nowicki, 3. Juni 2013

Donnerstag, 30. Mai 2013

Wie versprochen, hier die Übersetzung der Readme-Datei von Mandelbulb 3D ins Deutsche. Da es eine pdf-Datei ist (zu viel Text, um ihn direkt hier zu posten), folgt bitte dem Link zum Download. Ich hoffe, es klappt. Falls nicht, bitte um Rückmeldung. Überhaupt freue mich über jede Rückmeldung.
Die Anleitung wurde von mir mehr oder weniger "auf die Schnelle" übersetzt, sie erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit, geschweige denn auf Professionalität. Alle Benennungen, die im Programm selbst vorkommen, habe ich auf Englisch belassen, damit auch der Sprachunkundige sie sofort findet, und evtl. die deutsche Übersetzung in Klammern angefügt. Das Ganze ist schon mehrere Monate her; manches, was mir damals (als ich mich selbst erst in das Prog einarbeitete) noch unklar war, hat sich heute geklärt. Ich habe die Datei aber nicht noch einmal durchgesehen. Falls es also Fragen gibt, meldet euch bitte. Ein Grüppchen begeisterter Mandelbulber, die gern weiterhelfen, findet ihr auch im Malerforum Happy Painting unter Digitale Kunst. Um zu schreiben und die Bilder anderer ansehen zu können, braucht ihr euch nur zu registrieren.

Hier noch mein letztes Fraktalbild, das ich mit MB3D erstellt habe:
 
 
© Angela Nowicki, 30. Mai 2013

Samstag, 25. Mai 2013

Could have lived

Titel: Could have lived
Digitale Kunst
Verwendete Programme: Mandelbulb 3D, Kaleidoscope, Harry's Filters
 
 
Mandelbulb 3D ist ein nettes kleines Fraktalprogramm, mit dem man großartige Pics erstellen kann. Ganz viel Stoff dazu - Text und Galerien - gibt's in den Fraktalforen, die mittlerweile auch einen deutschen Ableger haben.
Leider gibt es noch wenig deutsche Anleitungen, deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht und die readme-Datei übersetzt. Ich werde sie demnächst in diesem Theater veröffentlichen, vielleicht hilft's ja dem einen oder anderen.
Der Königsweg zum ansehnlichen Fraktal führt jedoch übers unermüdliche Experimentieren.
 
© Angela Nowicki, 25. Mai 2013